Winterreifen: Boxenstopp für die kühle Jahreszeit

Stundenlang können Fans darüber diskutieren, welche Reifen beim nächsten Kurs der Formel 1 das Rennen machen. Die Brisanz des Themas auf Profi-Ebene lässt bereits vermuten: Es ist nicht nebensächlich, welches Gummi auf dem Pflaster rollt. Auch für die Sicherheit der alltäglichen Mobilität ist der richtige Satz entscheidend. Deshalb schreibt die deutsche Straßenverordnung inzwischen vor, wann Winterreifen verpflichtend sind. Damit bewegen sich die deutschen Ordnungshüter nicht allein auf weiter Flur. Auch bei der Fahrt in die europäischen Nachbarländer ist das passende Equipment gefragt.

Gut gerüstet auf Wintertour!

Winterreifen

Winterreifen – Vorschrift im Winter

Gewiss haben Sie in der Fahrschule die wesentlichen Infos mitgeschnitten. Seit einigen Jahren ist es nicht mehr erlaubt, bei winterlichen Wetterverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs zu sein. Das bedeutet konkret: Bei Eis- und Reifglätte, Glatteis, Schneeglätte oder Schneematsch sind Winterreifen verpflichtend. Wenn Sie dennoch mit der falschen Ausrüstung erwischt werden, flattert ein Bußgeldbescheid ins Haus. Sollten Sie mit Ihrem sommerlichen Optimismus zum Hindernis werden oder andere Verkehrsteilnehmer gefährden, punkten Sie zudem in Flensburg. Im Gegensatz zu anderen Ländern bedeutet dies jedoch nicht, dass während eines definierten Zeitraums eine generelle Winterreifenpflicht besteht. Die StVO beurteilt die Sachlage nach den aktuellen Straßenverhältnissen.

An diesem Punkt ist übrigens die Aufmerksamkeit von Urlaubern und Grenzgängern gefragt: Wenn Sie bei Sonnenschein und Wohlfühltemperaturen daheim starten, müssen Sie dennoch auf abweichende Bedingungen in der Ferne vorbereitet sein. Zudem weichen die Regelungen europaweit deutlich von den deutschen Vorschriften ab. So sind beispielsweise in Tschechien zwischen dem 1. November und 31. März Winterreifen generell verpflichtend. Informieren Sie sich also vor dem frostigen Ausflug über die Grenze genau zu diesem Thema. Wenn Sie hoch hinaus möchten, müssen Sie auch auf einen Schneekettenpflicht vorbereitet sein. Verantwortlich ist übrigens nicht der Halter, sondern der Fahrer des Autos. Dieser muss sich vor dem Einsteigen davon überzeugen, dass die Verkehrssicherheit gegeben ist. Dazu zählt auch die Bereifung des geliehenen oder gemieteten Fahrzeugs.

Auch Versicherungen strafen das sommerliche Winteroutfit ab!

Nicht nur drohende Bußgelder regen Sie dazu an, einen saisonalen Reifenwechsel vorzunehmen. Auch ein Blick auf die Handhabung von Versicherungsfällen liefert gute Argumente für den Boxenstopp. Bei der Kaskoversicherung müssen Sie generell mit einer deutlich verminderten Zahlungsbereitschaft rechnen, wenn es zu einem winterlichen Unfall mit Sommerbereifung kommt. Doch die Einschränkungen gehen deutlich darüber hinaus: Wenn Sie mit der unsachgemäßen Ausrüstung in einen Unfall verwickelt und geschädigt werden, wird die Haftpflichtversicherung des verantwortlichen Fahrers sofort hellhörig. In dem Fall müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen eine Mithaftung angelastet wird. Klartext: Sie bleiben auf einem Teil der Kosten sitzen.

Verändern Sie Ihr Profil bei niedrigen Temperaturen!

Anregend sind nicht nur die Sanktionen, die Winterreifen-Abstinenzlern blühen. Vor allem die eigene Sicherheit sollte in Vordergrund stehen. Generell ist es fragwürdig, diesbezügliche Fortschritte nicht zu nutzen. Schon ein gesundes Maß an Selbstachtung und Egoismus sprechen dafür, ganz abgesehen von der Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen.

Selbst Laien sind über dieses Detail im Bilde: Hersteller bemühen sich um die Perfektion der Gummimischung und des Profils von Reifen, damit Ihr Auto beste Bodenhaftung behält. Dass bei der optimalen Wahl Temperaturen und weitere Witterungseinflüsse eine entscheidende Rolle spielen, hat sich herumgesprochen. Ein Detail scheint jedoch zu vielen Autofahrern nicht durchzudringen: Es geht hierbei nicht nur um eisige und verschneite Situationen auf der Straße. Nicht ohne Grund zeigen die Stars der Rennarena bereits Profil, wenn es nass oder kühl wird. Winterreifen zahlen sich schon bei 7 Grad aus, wenn Sie das Fahrzeug optimal im Griff haben möchten. Dies hängt mit der weichen oder harten Konsistenz des Materials zusammen, das für die spezifische Ausrüstung eingesetzt wird. Wenn Sie nun ein wenig weiter denken, wird klar, dass auch der termingerechte Wechsel zum Sommerprofil wichtig ist. Nur so stimmt die Griffigkeit des Reifens. Auch zu sanfter Bodenkontakt verlängert beispielsweise den Bremsweg.

Wechsel zum richtigen Zeitpunkt!

Wann Sie jeweils den Wechsel vornehmen, hängt stark von Ihren heimatlichen Gefilden und persönlichen Gewohnheiten ab. Wer kreuz und quer durch die Republik fährt, muss sich an der gesamtdeutschen Wetterlage orientieren. Sollten Sie ausschließlich im lokalen Umfeld mit milder Witterung unterwegs sein, bleibt der Einsatz der Winterreifen begrenzt. Allerdings müssen Sie sich auf empfindlich lange Wartezeiten einstellen, wenn Sie erst beim ersten Frost aktiv werden. Bevor Sie den fachgerecht gelagerten Satz aufziehen, werfen Sie einen Blick auf den Zustand. Dabei interessieren Sie sich nicht nur für das Profil, dass 4 Millimeter aufweisen sollte und 1,6 Millimeter gesetzlich nicht unterschreiten darf. Auch das Alter ist wichtig. Mit der Zeit wird das Gummi spröde, und die bedeutenden Weichmacher im Winterreifen verlieren ihre Wirksamkeit. Spätestens nach fünf Jahren sollten Sie sich um ein neues Set bemühen, selbst wenn das Profil in Ordnung scheint. Spätestens zu diesem Zeitpunkt freuen sich Kalkulations-Genies, die alle Faktoren der Unterhaltskosten beim Autokauf berücksichtigt haben. Denn hochwertige Reifensätze können je nach Fahrzeugtyp empfindlich teuer sein.

Foto: © Karin & Uwe Annas – Fotolia.com

Kommentar hinterlassen on "Winterreifen: Boxenstopp für die kühle Jahreszeit"

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*